Neue Wege in der Drogenpolitik

...Beispielsweise so wie in Portugal?

Mi: 29.01.2020
Doors: 19:30

...Beispielsweise so wie in Portugal?

English announcement text is below.

Die Berichterstattung über eine neue „Kokainepidemie“ und „Kokstaxis“, die größere Sichtbarkeit von Heroinkonsum im öffentlichen Raum oder der mediale Dauerbrenner „Görli“ haben den staatlichen Umgang mit Drogen (mal wieder) ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Anders als bei den vielen Diskussionen der Jahre zuvor werden diesmal aber Stimmen, die Drogengebrauch und -sucht als gesundheitspolitisches Thema und nicht als Kriminalitätsfeld sehen, hörbarer. Sogar aus der Polizei gibt es Stimmen, die Kleinstmengen von sogenannten „harten Drogen“ nicht mehr strafrechtlich verfolgen wollen.
Es tut sich aber nicht nur diskursiv etwas: Das Berliner „Drug Checking“-Programm ist angelaufen, Abschaffung der Null-Toleranz-Zone im Görli, es gibt neue Programme, um die gesundheitlichen Schäden von Drogen durch Aufklärungsarbeit zu minimieren. Zudem sind neue Druckräume entstanden und sollen entstehen. Ein Antrag für ein Modellprojekt zu Cannabis ist eingereicht worden. Ein Projekt zur Anwendung von Naloxon zur Verhinderung von Drogentoten soll auf den Weg gebracht werden.

Wenn über einen anderen Umgang mit Drogen geredet wird, fällt oft das Beispiel Portugal. Hier ist seit 2001 ein Drogen-User kein Fall mehr für die Polizei. Der Besitz von geringen Mengen ist keine Straftat mehr, sondern nur noch eine Ordnungswidrigkeit. Besitz und Konsum von zehn Tagesrationen gilt als „okay“ und wird strafrechtlich nicht mehr verfolgt. Die Rationen sind zudem üppig berechnet. Ergebnis des Wandels der portugiesischen Drogenpolitik ist ein Rückgang der Abhängigkeit.

Wir freuen uns, dass mit Ricardo Fuertes ein bekannter Praktiker aus der Drogenhilfe Lissabon zugesagt hat, auf unserem Podium Platz zu nehmen. Er wird den mittlerweile zwanzig Jahre alten anderen Weg der portugiesischen Drogenpolitik vorstellen, seine Arbeit vor Ort erläutern und uns erklären, was seiner Meinung nach auch in Portugal noch besser laufen könnte.

Über die Frage, ob die portugiesischen Verhältnisse übertragbar sind und ob eine vergleichbare Dekriminalisierung auch für Deutschland zu ähnlichen Ergebnissen führen würde, wollen wir mit Astrid Leicht von Fixpunkt e. V. und Heike Drees  vom Referat Suchthilfe, HIV/Aids, Gesundheit beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin sprechen.

Welche politischen Hürden noch überwunden werden müssen, fragen wir an diesem Abend Niklas Schrader, drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Moderation: Fabian Kunow

Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20 Uhr

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Helle Panke e. V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und Rosa-Luxemburg-Stiftung – Büro Brüssel

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Panel: New ways in drug policy – For example, like in Portugal?

The reports of a new „cocaine epidemic“ and „coks taxis“, the higher visibility of heroin use in public spaces or the long-running media campaign against „Drug area Görli“ have (once again) brought the peoples  use of drugs into the public conscious. In contrast to the many discussions in previous years, voices that declare drug use and addiction as a health policy issue rather than as a crime are becoming more audible this time. There are even voices from individual police officers who no longer want to criminalize small amounts of so-called „hard drugs“.

But not only is something going on the level of theoretical discourse – in praxis the Berlin „Drug Checking“ program has started, the zero tolerance zone in Görli has been abolished, and there are new programs to minimize the health damage caused by drugs through educational work.

In addition, new safe injection spaces have been created or are to be built. An application for a cannabis pilot project has been submitted. A project to use naloxone to prevent drug deaths is to be launched.

Portugal is a common example when people talk about other drug policy. A drug user in Portugal has not been a case for the police there since 2001. Possession of small quantities of non-legal drugs is no longer a criminal offense, but only an administrative offense. Possession and consumption of ten daily rations is considered „okay“ and is no longer prosecuted. The rations are also generously calculated. The result of the change in Portuguese drug policy is a decrease of drug addiction.

We are pleased that Ricardo Fuertes, a well-known practitioner from the Lisbon drug-aid community, has agreed to take a seat on our podium. He will introduce the now twenty-year-old alternative way of Portuguese drug policy, explain his work on site and explain to us what he thinks could also go better in Portugal.

Together with him there will be Astrid Leicht from Fixpunkt e.V. and Heike Drees from the Addiction Help Unit, HIV / AIDS at Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. All together we want to answer the question of whether the Portuguese situation is transferable and whether comparable decriminalization would also lead to similar results for Germany.

We further want to ask Niklas Schrader, drug policy spokesman for the DIE LINKE in the Berliner Abgeordnetenhaus, which political problems in drug policy still have to be overcome.

Moderation: Fabian Kunow

Doors: 7:30 pm /Beginn 8 pm
There is a simultaneous translation Eng./Ger

Kosten: 2,00 Euro / erm. 1,00 Euro

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