Krieg und Herrschaft

Der Angriff auf Rojava und die Krise der AKP

Mi: 04.12.2019
Doors: 19:00

Der Angriff auf Rojava und die Krise der AKP

19 Uhr Einlass / 19.30 Uhr Beginn

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Berlin

Nach dem Kriegsbeginn am 9. Oktober hat die Türkei im Verbund mit djihadistischen Milizen einen Teil von Rojava erobert, fortlaufend finden weitere Angriffe und Bombardierungen statt. Ähnlich wie in Afrin im vergangenen Jahr wird Erdoğan versuchen, auch in diesem Teil Nordsyriens eine massenhafte Vertreibung, sogenannte ethnische Säuberung durchzuführen. Kurd*innen, Assyerer*innen und viele weitere Bevölkerungsgruppen werden gezwungen, das Gebiet zu verlassen. De facto soll so eine türkische Kolonie entstehen. Erdoğan scheint Sieger des Konflikts zu sein. Die taktische Allianz zwischen Kurd*innen und den USA ist aufgelöst, die kurdische Bewegung in eine Zusammenarbeit mit dem syrischen Diktator Assad gedrängt. Das Grenzgebiet wird von der Türkei und Russland kontrolliert. Das Druckmittel „NATO-Austritt“ und die engere Partnerschaft mit Russland sowie die Drohung, Geflüchtete als Waffe gegen die EU zu richten, scheinen zu funktionieren. Innenpolitisch versucht Erdogan, mit dem Krieg von der Wirtschaftskrise und den Abspaltungen von der AKP abzulenken und die taktische Unterstützung der Kurd*innen für die zuletzt siegreiche kemalistische CHP zu beenden. Dennoch stellt sich die Frage, wie stabil diese auf Krieg und Nationalismus gebaute Herrschaft von Erdoğan noch ist.

Gemeinsam mit Max Zirngast, Ali Çiçek (Civaka Azad) und Amara (Dest Dan, angefragt) wollen wir die Situation in Rojava und der Türkei diskutieren.

Max Zirngast wurde im September 2018 festgenommen und saß bis zum 24. Dezember in Untersuchungshaft, er wurde im September 2019 vom Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung freigesprochen. Sein Buch „Die Türkei am Scheideweg“ ist im August 2019 erschienen.

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