Exumer

+ REACTORY + PRIPJAT

Di: 03.12.2019
Doors: 19:00

+ REACTORY + PRIPJAT

TICKETS bei KoKa36

‘Hostile Defiance’, Exumers fünftes Studioalbum, erscheint am 5. April 2019 und bietet genau
das, was sein Titel suggeriert: 42 voll auf die Zwölf gehende Minuten, in denen die Thrasher sich
zu keiner Sekunde zügeln, sondern auf ihre unvergleichliche Art die Hölle losbrechen lassen.
Dies geschieht allerdings auf abwechslungsreichere und dynamischere Art als jemals zuvor „Wir
wollten uns klanglich weiterentwickeln, melodischer werden und rhythmisch vielfältiger“,
erklärt Sänger Mem Von Stein. „Wir gehen jetzt wesentlich mutiger vor, indem wir uns
bemühen, mit einem Sound relevant zu bleiben, der in der heutigen Thrash-Szene für sich selbst
stehen kann, ohne banal oder verkrampft retro zu wirken. Außerdem sollen unsere Hörer nicht
davon ausgehen, dass wir ständig ein und dasselbe Feeling und Tempo verwenden oder nur eine
Gangart kennen. Vor diesem Hintergrund entstand eine Mischung aus melodischen und derben
Nummern, eingängigen Hooks und Midtempo-Songs.“ Während der Titel offensichtlich
angriffslustig wirkt, gestalten sich die Texte tiefgründiger und anspruchsvoller, wobei Von Stein
sein Interesse für und Verständnis von psychischen Krankheiten zur Geltung bringt. Schließlich
arbeitet er schon seit 2002 im psychiatrischen Bereich und ist ausgebildeter Sozialarbeiter. „Der
Titel Hostile Defiance beruht auf dem sogenannten oppositionellen Trotzverhalten, das
insbesondere Teenager betrifft. Die jeweilige Person pendelt zwischen Reue und feindseligem
Widerstand hin und her, doch der Begriff passte auch perfekt zu unserer Haltung als Band bzw.
unserer Situation zu diesem Zeitpunkt in unserer Laufbahn: Wir wollen auf keinen Fall langsam
dahinsiechen oder uns Genre-Trends beugen.“

Die Band erreichte mit ihrem 2016er Wutbrocken The Raging Tides alles, was sie sich im
Vorfeld erhofft hatte, denn es „hat endgültig bewiesen, dass wir anders als in den 1980ern
langfristig am Ball bleiben werden und nicht wieder nach zwei Platten von der Bildfläche
verschwinden. Gleichzeitig markierte das Material einen eindeutigen Fortschritt, sowohl in
puncto Songwriting als auch Produktion, und zeigte Exumer von ihrer bisher tightesten Seite.“
Eine erfolgreiche Tournee spornte die Gruppe zusätzlich an, obwohl sie im Anschluss schnell
neue Songs schreiben wollte. Exumer wollten sich noch nie wiederholen bzw. auf der Stelle
treten, also nahmen sie sich vor, ein Album zu erarbeiten, das nicht nur besser, sondern auch
erheblich anders ausfallen sollte als sein Vorgänger. Immerhin gelang ihnen dies schon einmal,
wenn man Fire And Damnation – ihr Comeback 2012 nach 25-jähriger Pause – mit The Raging
Tides vergleicht. So stark diese beiden Longplayer auch gewesen sein mögen, halten sie Hostile
Defiance weder in Sachen Tiefe noch Tightness oder Facettenreichtum stand. Von Stein
behauptet selbstbewusst, es sei ihr persönliches Master Of Puppets oder Reign In Blood. „Ich
glaube, die Gesangs- und Gitarrenmelodien werden viele unserer Fans angenehm überraschen,
weil die Musik dadurch intensiver und zugleich einfacher zugänglich geworden ist. Unterdessen
haben wir nichts von unserer Aggression und Energie eingebüßt.“ Die größte Schwierigkeit beim
Komponieren bestand für die Band darin, dass die Mitglieder so weit voneinander entfernt leben.
Aus diesem Grund genoss sie nicht den Luxus, zu beliebigen Zeiten arbeiten zu können, denn
jeweils eine Hälfte der Musiker wohnt in Deutschland respektive New York. „Wir haben im
Sommer 2017 mit der neuen Scheibe angefangen und uns erst im Winter des Jahres zu Sessions
in einem Proberaum getroffen. Nachdem wir dann im darauffolgenden Frühling für sieben Tage
einen Raum mit angegliedertem Studio gemietet hatten, klärten wir alle offenen Details im
Sommer 2018. Jedes Mal, wenn wir für Konzerte oder Touren zusammenfanden, arbeiteten wir
an den Tagen vor unseren Gigs an den neuen Liedern.“ Das Ergebnis klingt ausgesprochen
gelungen und keineswegs überhastet. Es zeugt von den Fertigkeiten aller Beteiligten und jener
Art von Magie, die aufkommt, wenn Exumer selbst für kurze Zeit die Köpfe zusammenstecken.

Gleich der eröffnende Titelsong, ein Ton gewordener Adrenalinschub und Zornesausbruch,
macht die Absichten der Gruppe deutlich, bevor Tracks wie ‚Dust Eater‘ oder ‚The Order Of
Shadows‘ den Fuß vom Gaspedal nehmen, ohne dass die Jungs ihren Biss verlieren würden.
Vielmehr packen sie den Hörer am Hals und fordern seine Aufmerksamkeit. Die Melodien stehen
zwar weiter im Vordergrund als auf vorangegangenen Alben, haben jedoch nichts Anbiederndes
oder Berechnetes an sich, sondern passen ausnahmslos hervorragend ins Gesamtbild der
einzelnen Stücke und bewirken eine Vielfalt von Stimmungen. In gleichem Maß stecken Von
Steins intelligente Texte hervor und regen den Fan zum Nachdenken an. „Jeder Song erzählt eine
Story, in der es um diese oder jene Form von geistiger Erkrankung und darum geht, wie sie sich
äußert. Ich möchte, dass diese Themen im Gespräch bleiben, ohne die Betroffenen zu
stigmatisieren oder Klischees zu verbreiten, und bin fest davon überzeugt, dass wir psychische
Leiden, je mehr wir sie akzeptieren und als normal erachten wie jede andere Krankheit –
Herzprobleme, Diabetes oder Bluthochdruck –, umso schneller von Vorurteilen befreien und die
Menschen dafür sensibilisieren können, sodass die Notwendigkeit einer Behandlung begriffen
wird.“ Dementsprechend setzt sich ‚Raptor‘ mit Depression und den damit einhergehenden
Gefühlen auseinander, den Trauerphasen sowie der Isolation und Teilnahmslosigkeit,
wohingegen ‚Trapper‘ die Symptome der Schizophrenie beleuchtet. Die beschriebene Person
leidet unter Halluzinationen, während derer er Dämonen sieht, die ihn dazu treiben, sich seiner
Krankheit zu beugen. Solche Themen schlagen sich auch im Artwork des Albums nieder, denn
auf dem Cover versucht das maskierte Bandmaskottchen, sich aus einer Zwangsjacke zu
befreien, nachdem es die Stadt im Hintergrund niedergebrannt hat. Darum geht es im Song
‚Carnage Rider‘, genauer gesagt um „Wahnvorstellungen und die Zerstörungsorgie, zu der sich
der Protagonist hinreißen lässt, weil er keine Medikamente eingenommen hat.“ Darüber hinaus
kommt dieses Album zu einem angemessenen Zeitpunkt heraus, da die Debatte um
Geisteskrankheiten „jedes Mal hochgekocht wird, wenn es in den Vereinigten Staaten zu einer
Massenschießerei kam. Es ist ein wiederkehrendes gesellschaftliches Thema, das angegangen
und richtig begriffen werden muss, ohne Vorwürfe oder negative Konnotationen.“
Für Hostile Defiance haben Exumer zum dritten Mal mit Produzent Dennis Koehne (Sodom,
Melechesh) gearbeitet, der die Aufnahmen in Studios in Dortmund und Frankfurt betreute. Die
Sessions mit ihm war geprägt von einer „rundum extrem positiven Stimmung und starken
Arbeitsmoral, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.“ Die Band möchte das Album
aggressiv auf Tour bewerben und beginnt ihre Reise zum Veröffentlichungstermin in Europa. In
diesem Zug wird sie so viele Länder abklappern, wie sie kann. „Unser Ziel lautet ganz einfach:
Exumer als eine der führenden deutschen Thrash-Combos etablieren, die in den 80ern anfing und
die Fackel in die 20er des neuen Jahrtausends weiterträgt.“

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VVK zzgl. Gebühr: 22,- €
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DJ: -
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Copyright: Silvy Maatman